Mein Leben zwischen Mountain Dew & Peanut-Butter-Jelly-Sandwiches

Die erste Zeit in Arkansas

In den nächsten Tagen wird dann ein Post zu meinen ersten Tagen hier kommen, auch wenn ich schon 3 Wochen hier bin.

Naja fast. Der Blogbeitrag kommt ein Monat später, insgesamt bin ich nun schon 1 Monat und 3 Wochen hier. Und siehe da, ich lebe noch… Den Blogbeitrag möchte ich in 2 Teile unterteilen. Im Ersten werde ich über meine Erlebnisse erzählen, und was so hier abgeht. Im Zweiten möchte ich ein bisschen über die Differenzen zwischen Deutschland und den USA schreiben. Die Erlebnisse werden mit Illustrationen (die meisten von Snapchat, drum addet mich) verstärkt, die Differenzen werden in schlichte Textform niedergeschrieben. Glaube das Ganze könnte ein längerer Post werden, drum nehmt euch Zeit zum Lesen. Wenn der Beitrag euch gefällt, könnt ihr den Link an Freunde versenden, damit der Blog an Reichweite gewinnt. Würd´mich freun. haha.
bit.ly/einjahrusa


Kann man ja schnell mal in eine WhatsApp Gruppe posten, wird ja meistens genug gespamt…

Meine Erlebnisse in der ersten Zeit

Tennisteam

Ich habs ins Tennisteam der Schule geschafft. War keine große Kunst, da ich 5 Jahre in Deutschland schon gespielt habe. Das Training begann vor Schulbeginn, sodass ich schon Leute kennen lerne konnte, bevor ich in die Schule muss. Das half ungemein. Alles super chillige Leute. Achja, bin mit meinem Partner in Doppel bisher ungeschlagen.

Erster Schultag

War jetzt nicht so das Problem. Die Schule hat 1600 Schüler von Klasse 9-12. Alle nett, man lernt halt Leute kennen. Wenn man offen ist kann nichts schiefgehen. Klar kommt mal in dummer Spruch, wenn man ein Wort falsch ausspricht oder die Frage, ob man mit Hitler verwandt ist oder ihn mag. Kann man mit der Gegenfrage: „Can you speak a second language?“ oder mit „Are you realated to Trump?“ ganz einfach kontern. Danach hört man nie wieder nen blöden Kommentar (außer man ist ein Ginger).

Dragraces

Am 2. Wochenende hier haben wir einen Trip zu Dragraces gemacht. War ganz cool mal zu sehen, brauch ich aber kein zweites Mal. haha. War aber trotzdem ganz lustig.

Ayusa Orientation Meeting

Ein Ayusa Treffen. Man hört dasselbe, wie man es auf den VBT und den Tagen in NYC schon gehört hat. Regeln, was man alles nicht machen darf. War aber mal cool die anderen Austauschschüler kennenzulernen und mal wieder Deutsch zu sprechen.

Erdbeben

Ja es gab ein Erdbeben hier. Es war mein erstes. War nicht weiter schlimm, bin aufgewacht und hab erstmal gar nicht gerafft, was grade abgeht. Hab dann unter mein Bett geschaut um zu checken, dass keiner an mein Bett ruckelt oder mich prankt. Bin danach wieder eingeschlafen. War aufjedenfall ne Erfahrung.

Labour Day

Hatten nen schönen Abend mit der Familie im Park. Es wurde gegrillt, Volleyball gespielt, und geredet. Dann kam die Polizei. Während wir aßen, wurde ein Mädchen im Park ca. 100 – 200 m von uns vergewaltigt. Jap, vergewaltigt. Während wir aßen. Zeugen wurden gesucht, ein Mädchen von uns hat Schreie gehört. Mein Gastbruder hat das Mädchen weinend aus den Park rennen gesehen. Nach der Zeugenbefragung sind wir dann auch nach Hause gegangen. Da hatte keiner mehr Lust im Park zu bleiben.

Erstes Football game

War nice. Mehr lässt sich dazu nicht sagen. Der Schulzusammenhalt ist halt hier viel größer, darauf werde ich aber später noch eingehen.

Ayusa Float Trip

Ein Float Trip mit Ayusa. War nett, nur der Trip war way too long. Hatte nen dicken Sonnenbrand. War aufjedenfall witzig.

Radrennen

Ja, ich bin tatsächlich ein Radrennen gefahren. „Ride to Breathe – Cure Cystic Fibrosis“. Bei dem Event ging´s drum eine Fundation zu unterstützen, die sich mit zystischen Fibrose beschäftigt. Das Rennen gibt es seit 5 Jahren. Daniel Olennick hat das Rennen ins Leben gerufen. Er ist 31 Jahre alt. Diagnostiziert wurde die Krankheit als er 2 Jahre alt war. Die Lebenserwartung betrug 13 Jahre. Nun ist er 31. Und trotz der zystischen Lungenfibrose fährt er jedes Jahr das Rennen.
Das Rennen erstreckt sich von Siloam Springs zu Little Rock, der Hauptstadt von Arkansas. Die Distanz beträgt 230 Milen, besser gesagt 400km. Und das über 3 bzw. 4 Tage.
TAG 1
Die Sonne strahlt. Ich bin ein bisschen nervös am Start. 400km fahre ich nicht so oft mit dem Fahrrad, und das ganze ohne Training im Voraus. Von Bentonville nach Alma gings mit dem Bike, 81 Milen. Und es gab viele berge auf den Weg – vieeeele. Am Anfang ging mein erstes Rennrad erstmal broke, konnte nicht mehr schalten. 30 Milen ohne Gangschaltung kosten Energie. Fahrrad beim Stopp gewechselt. Hatte nun das Ersatzrad – ein Mountainbike. 100km mit ‘nem Mountainbike. Aua. Von der Kondition her war es kein großes Problem. Doch der Schmerz. Die Beine schmerzen bei jedem Berg. Nach 60 Milen erstmal ne Ibu 600 genommen – hat geholfen. Bin als letzter gefahren. Als Entschuldigung lässt sich das Mountainbike nennen. Ist hat dreimal so schwer wie die Rennräder der anderen. Tag 1 war ne Herausforderung, aber geschafft.

TAG 2
Sonne. So viel Sonne. Es war warm. Heiß. Nachdem die ersten Fahrer kapituliert haben, hab ich ein neues Fahrrad bekommen. Ein gutes Rennrad. Der Tag war zwar anstrengend aber machbar. Wieder 80 Milen.
TAG 3
Langsam hatte ich keine Lust mehr zu fahren. Es war der heißeste Tag. 97 Grad Fahrenheit. Aber keine Berge, ging schnell vorbei. Erste Erleichterung nach 70 weiteren Milen. Man wusste: Morgen sind’s nur 8 Milen bis zum Ziel.
TAG 4
Gute Stimmung. Auf zum Start und los geht’s. 8 Milen sind noch. 20 Minuten. Und dann war es zu ende. Stolz. Freude. #fürnengutenzweckwirdssichmalderarschaufgerissen.

Unterschiede zu Deutschland

Um meine american experience mal kurz zusammenzufassen: Es ist grundsätzlich so, wie man es aus Filmen kennt. Nun mal zu den Unterschieden in 3 Aspekten: Schulleben, Zwischenmenschliches und den Alltag. Natürlich beruhen die Differenzen auf meinen subjektiven Eindrücken, die ich hier gesammelt habe. Jeder Austauschschüler kann da was Anderes berichten. Selbst innerhalb Deutschland gibt es ja Differenzen. Man bedenke den Unterschied zwischen Bayern und Berlin in diesen 3 Aspekten. Aber nun genug dazu.

Schulleben

Ja, ist verschieden. Pauschal würd´ ich sagen hier ist es deutlich einfacher. Dazu hat die Schule auf die ich gehe Geld. Und zwar nicht gerade wenig. MacBooks als Computer und Laptops in jedem Klassenzimmer sind normal. Generell wird der Unterricht viel mehr technischer gestaltet, was mir gefällt. Quizes per Kahoot im Unterricht, Laptoparbeiten statt Stift und Papier. Du hast was nicht verstanden? Schau dir auf Google Classroom die Notizen vom Lehrer nochmal an. Und die Hausaufgaben? Die bekommst du per Remind-App aufs Handy geschickt. Verstehst was bei den Hausaufgaben nicht? Stell den Lehrer direkt ne Frage per Remind-App. Praktisch. Außerdem gibt es pro Tag eine „Encore Class“. Diese geht über eine halbe Stunde. Man kann sich per bei Lehrern anmelden (per Internet oder während der Stunde) und kann sich Dinge nochmal erklären lasse. Sprich man kann individuell pro Tag eine halbe Stunde Nachhilfe bekommen. Find ich super. Könnten sie in Deutschland auch einführen. Lunch gibt’s in der Cafeteria. Haben wir in Deutschland auch, das Essen schmeckt hier besser imo. Dazu hat man seine Sportaktivitäten in der Schule, wie ich z.B. im Tennisteam. Man hat Training nach der Schule meistens. Ist angenehm, fördert auch den Schulspirit. Man hat hier einfach viel mehr Classes zur Auswahl, die man belegen kann. Über Medicine, Sociology, Human Disorders, Filming Class, usw. Man kann im Prinzip alles in der Schule machen.
Schlussendlich bleibt zu sagen, dass mir das Schulsystem hie deutlich besser gefällt als in Deutschland.

Zwischenmenschliches

Die Leute sind hier deutlich offener und freundlicher als in Deutschland. Fremden die Tür aufhalten ist normal. Bad Words darf man hier aber nicht so sagen, dass kommt gar nicht gut an. Der „Deutsche-Jugend-Slang“ sollte man sich abgewöhnen, bevor man herkommt.

Alltag

Größer, weiter, schneller. Und ungesünder. Damit lässt sich alles gut beschreiben. Verschwenderisch sind sie hier aufjedenfall. Das Essen ist viel süßer. Mittagessen? Pizza. Dinner? Jeden Abend Fastfood. Leider (geil). Ab und zu wünscht man sich tatsächlich mal was Gesundes. Das tägliche Tennistraining gleichts aber aus. Mittagsschlaf ist auch normal. „Nap Time“. Kirche gibt´s auch. War bisher 2-mal im Gottesdienst. Ist anders. Möchte aber noch ein paar Mal mehr hingehen, bevor ich ne Meinung dazu abgebe.

Ende

Soo geschafft! Danke fürs lesen. Mal schaun wann ihr wieder was von mir hört. Bei Fragen kann man mich gerne kontaktieren. -Mo

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